Holger Traub freut sich auf die anstehende Saison vor dem Liga-Auftaktspiel beim SV Fellbach (Samstag, 15.30 Uhr). Das merkt man an Sätzen wie diesem: „Wir wollen Gegner, die uns Paroli bieten“, sagt der Trainer des FC Normannia. Denn nach einem Jahr in der Oberliga ist es der Absteiger, der nun in fast jedem Spiel als Favorit gehandelt werden wird. Und der gerne seine Stärken weiterentwickeln will.

Ein Spiel mit möglicherweise ähnlich gelagerten Kräfteverhältnissen erlebte die Normannia in der ersten Runde des WFV-Pokals bei Landesligist TSV Bad Boll. „Die haben mit elf Mann verteidigt, standen tief im 4-5-1“, sagt Traub. Auch wenn sich seine Mannschaft schwer tat und erst auf dem Umweg des Elfmeterschießens weiter kam, ist Traub dennoch auch mit einigen positiven Erkenntnissen – neben dem Erreichen der nächsten Runde – aus dem Spiel gegangen.

„Wir haben permanent versucht, Lösungen zu finden. Und wir konnten nach dem 0:1 in der Verlängerung noch einmal eine Schippe drauflegen“, sagt Traub, was von großer Moral und Fitness zeuge.

Wenn es nun gegen Landesliga-Meister SV Fellbach geht, könnte ein ähnlich defensiv agierender Gegner warten, wobei Traub auch um deren agile, technisch gute Spielweise weiß, die unter Ex-Normanne Giuseppe Greco als Trainer im Vorjahr zur Meisterschaft führte. „Wir wissen, das wird kein Selbstläufer, aber wir sind gut vorbereitet.“ Fellbach sei eine „junge, wilde, vielleicht auch unbekümmerte Mannschaft“, bei der die Euphorie noch anhalte. „Es ist immer schwer, gegen einen Aufsteiger zu spielen.“

Traub hat „Riesenauswahl“

Sich gezielt auf verschiedene Gegner einzustellen, dabei hilft dem Trainer die „Riesenauswahl“, die er inzwischen hat: Der eigene Kader, darüber freut sich Traub, sei zwar „etwas kleiner, aber in der Breite qualitativ stärker“ geworden. Sechs Neuzugänge standen im Pokal in der Startelf, was zeige, dass neuer Konkurrenzdruck auch auf verdiente Spieler entstanden sei. „18 Spieler haben Optionen auf die Startelf“, sagt Traub, der sich deshalb auch nicht festlegen kann und will. „Der Gegner, die Form, die Leistungen der Trainingswoche oder kleinere Blessuren“ seien nun die Entscheidungsgrundlagen. Und die Abstimmung der unterschiedlichen Spielertypen aufeinander.

Dabei dürften einige Akteure dennoch gesetzt sein: Im Tor Kapitän Yannick Ellermann, im Mittelfeld Iurii Kotiukov mit seiner „Präsenz und Robustheit“ und in der Offensive Alexander Aschauer und Anthony Coppola mit ihrer höherklassigen Erfahrung. Gewisse „Säulenspieler“ seien in der nun jüngsten Mannschaft, seit er das Traineramt übernommen hat, wichtig. Traub ist überzeugt, dass auch die arrivierten Spieler durch den erhöhten „positiven“ Druck nun nochmals ihr Leistungsmaximum ausweiten werden, zumal sie die Erfahrungswerte aus der Oberliga mitnehmen konnten.

Vor einer „schwierigen, aber interessanten“ Aufgabe sieht der Trainer sich und seine Mannschaft. Das gilt für den Auftakt in Fellbach wie für die gesamte Saison.

So könnten sie spielen: Ellermann – Fröhlich, Lämmle, Nikolic, Kolb – Kotiukov, Seltenreich, Gnaase – Bauer, Aschauer, Coppola.

© Gmünder Tagespost 08.08.2019