Mit einer stabilen Defensivleistung legte der FC Normannia vor der für ein Derby enttäuschenden Kulisse von nur 250 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz im Schwerzer den Grundstein zum hochverdienten 3:0 (2:0)-Heimsieg.

Die erste Hiobsbotschaft musste der eh schon ersatzgeschwächt angetretene TSV Essingen bereits vor dem Anpfiff hinnehmen. Denn mit Christian Essig, der erst vor dieser Saison vom FC Normannia Gmünd zum Lokalrivalen gewechselt war, hatte sich der Eckpfeiler der TSV-Offensive im Training am Donnerstag eine Muskelverletzung zugezogen und fiel daher verletzt aus.

Der personelle Aderlass war den Essingern zunächst aber nicht anzumerken. Denn in der Anfangsphase war es der Tabellensiebte, der gegen den Vierten mehr Ballbesitz hatte. Nach 13 Minuten kam Dennis Werner erstmals für die Gäste zum Abschluss, traf freistehend vor FCN-Keeper Yannick Ellermann den Ball aber nicht richtig, der deshalb ungefährlich ins Aus trudelte.

Überraschendes 1:0
Die Normannia tat sich in den ersten 20 Minuten schwer im Spiel nach vorne, weshalb sich das 1:0 nicht unbedingt abgezeichnet hatte. Doch exakt nach 20 Minuten ging es dann plötzlich ganz schnell - zu schnell für die Essinger Abwehr. Nach einem Pass von Marvin Gnaase setzte sich Dominik Pfeifer auf der rechten Außenbahn durch und flankte in die Mitte, wo Fabian Kolb am zweiten Pfosten goldrichtig stand und unbedrängt zum 1:0 einköpfen konnte.

Der Jubel über den Führungstreffer war noch nicht richtig verklungen, da zappelte das Leder bereits zum zweiten Mal im Netz der Gäste. Denn nur 120 Sekunden darauf verwandelte Andreas Mayer einen Foulelfmeter sicher ins Eck, nachdem Dominik Pfeifer von Fabian Dolderer im Strafraum zu Fall gebracht wurde. Der gute Schiedsrichter Matthias Hennig hatte keine Sekunde gezögert und berechtigterweise auf den Elfmeterpunkt gezeigt.

Essingen knabbert
Im weiteren Verlauf der ersten 45 Minuten entwickelte sich ein verteiltes Spiel, wobei die Essinger deutlich am blitzartigen 0:2-Rückstand zu knabbern hatten. Außer einem Bergheim-Schuss, der in der 42. Minute aus spitzem Winkel daneben ging, brachten die Gäste nichts Zwingendes zustande. Auf der anderen Seite war der agile Mayer an nahezu jeder FCN-Offensivaktion beteiligt. Ein von ihm getretener Freistoß wurde zur Ecke abgewehrt, mit der er im direkten Anschluss die Vorlage lieferte für einen Kopfball von Kapitän Marcel Funk, der knapp über das Tor strich.

Im zweiten Durchgang versuchte es der TSV Essingen mit einer offensiveren Ausrichtung. Dennis Hillebrand brachte Atilla Acioglu für Jonathan Sedlmayer, der in der Abwehr den Part für den nun im Angriff agierenden Jens Malitzke übernahm.

Umstellung bringt nichts ein
Doch auch diese taktische Umstellung sollte nicht mehr für die Wende sorgen. Denn weiterhin fehlten den nun spielbestimmenden Essingern in dem fairen Derby (insgesamt wurden nur vier gelbe Karten verteilt) schlicht und einfach die Ideen, um die stabile und zweikampfstarke FCN-Defensive knacken zu können. Die besseren Chancen hatten nach wie vor die Normannen. Nachdem Dominik Pfeifer in der 54. Minute einen Hochkaräter vergeben hatte, krönte Mayer mit seinem Treffer zum 3:0 in der 87. Minute seine starke Leistung. Die Vorarbeit hatte per Querpass Fabian Kolb, der ebenfalls zu den Aktivposten zählte, geleistet.

1.FC Normannia: Ellermann - Fichter, Funk, Stölzel, Glück, Kianpour (86. Ibrahimovic), Kolb, Pfeifer (79. Werba), Gnaase, Mayer (90. Milojkovic), Bauer (87. Lämmle).
TSV: Pless - Eisenbeiß, Bergheim, Malitzke, Doppstädt, Werner (57. Wende), Sedlmayer (46. Acioglu), Zahner (74. Polanco), Biebl, Dolderer (80. Wanner), Zimmer.
Tore: 1:0 Kolb (20.), 2:0 Mayer (22., FE), 3:0 Mayer (87.).
Schiedsrichter: Matthias Hennig.
Zuschauer: 250.

© schwäbische, 26.11.2017