(cjk) Mit diesem erneuten Auswärtsdreier schoben sich die Normannen in der Auswärtstabelle punktgleich mit dem Zweiten Dorfmerkingen auf Rang Drei, bei noch einem verbleibenden Auswärtsspiel am nächsten Samstag in Neckarrems. 


Wie schon zuletzt in Rutesheim mussten die Normannen erneut gegen einen heftigen Wind und einem ungewöhnlichen Kunstrasen ankämpfen. Doch die Schwerzer-Mannschaft hatte ihre Lehren aus dem Rutesheimspiel gezogen und sich entsprechend auf den im Abstiegskampf befindlichen Gegner eingestellt. Dabei war die Vorbereitung auf das Spiel in der abgelaufenen Woche nicht einfach, neben verletzten Spielern fielen wegen einer Erkältungswelle auch unter der Woche etliche Spieler im Training aus. 

Aktuell musste Normannia-Chefanweiser Holger Traub am Samstag neben dem noch ein Spiel rot gesperrten Nermin Ibrahimovic und den Langzeitverletzten auf Patrick Lämmle, Efendi Erol und Simon Knecht verzichten, Veljko Milojkovic dagegen hatte sich unter der Woche wieder zurückgemeldet und war im Kader in Pfullingen dabei. Marcel Funk rückte in die Startformation und bildete mit Daniel Stölzel eine solide Innenverteidigung. Ansonsten konnten die Normannen unverändert beginnen und starteten auch gut in die Partie. Die ersten 30 Minuten dominierten die Gäste von der Rems das Spiel und müssen sich als einzigen Vorwurf gefallen lassen, nicht mehr als ein Tor geschossen zu haben.

Zwar versuchten die Gastgeber in den letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit besser ins Spiel zu kommen, doch die Normannen ließen gerade mal eine Chance zu. Nach dem Wechsel versuchte Pfullingen mit Windunterstützung und Gewalt unbedingt den Ausgleich zu erzwingen, doch musste der aufmerksame Schlussmann der Gmünder, Yannick Ellermann, nur selten sein Können aufzubieten, um seinen Kasten sauber zu halten. 

Während dieser Drangphase hielten die Normannen gut dagegen und konnten nach gut einer Stunde das Spiel wieder offen gestalten und hätten durch gute Konter leicht ihre Torquote erhöhen können. „Das ist unser Problem“, kommentierte Normannia-Trainer Holger Traub dieses Manko. „Wir bleiben dran, daran zu arbeiten, wir müssen einfach diese Konter besser zu Ende spielen und auch mal erfolgreich abschließen. Es ist uns bewusst, dass unsere minimalistische Torquote nicht gerade für Angst bei unseren Gegner im Ländle sorgt.“ Ansonsten war Holger Traub mit dem Spiel seiner Jungs sehr zufrieden: „So wie wir die ersten 30 Minuten gespielt haben, stelle ich es mir vor: dominantes Auftreten mit tollen spielerischen Elementen, daher war das 1.0 mehr als verdient, aber wir haben es versäumt, das 2:0 nachzulegen.“ 

Ein Sahnehäubchen der neuen Normannia Spielkultur war der Spielzug, der zum 1:0 führte. Eine herrliche Kombination ausgehend von Bobo Mayer, Felix Bauer auf Stephan Fichter, der überlegt für Dominik Pfeifer auflegte, der mit einem satten Abschluss ins lange Eck diesen sehenswerten Treffer zum 0:1in der 5. Spielminute markierte. Dabei hätte zu diesem frühen Zeitpunkt die Normannia bereits schon führen können. 

In der zweiten Minute zirkelte Bobo Mayer einen Freistoß von links auf Felix Bauer, dessen Kopfball aber nur knapp das Pfullinger Gehäuse verfehlte. In der 10. Minute hatte Felix Bauer Pech, eine Flanke von Stephan Fichter kam punktgenau zu Felix Bauer, der perfekt köpfte, aber nur den Pfosten traf. Fabian Kolb hätte auf Zuspiel von Bobo Mayer das 2:0 erzielen können, ebenso wie Marvin Gnaase in der 12. Minute  In dieser Phase hatte der VfL Pfullingen wenig Möglichkeiten sich offensiv zu präsentieren, abgesehen von einem Konter durch Özge, den aber Yannick Ellermann ausbremste. Noch einmal war es Özge, der für Torgefahr sorgte, der einen Freistoß in der 22. Minute an die Latte jagte. Auf der anderen Seite hatte Felix Bauer erneut Pech mit einem Kopfball, auf Flanke von Mavin Gnaase, verfehlte sein Kopfball das VfL-Tor nur um wenige Zentimeter. 

„Dass Pfullingen so wenig Möglichkeiten bekam, spricht für unser Spiel gegen den Ball.“ So Normannia-Trainer Holger Traub nach dem Spiel. Nach dem Wechsel hätten die Normannen zunächst für mehr Ruhe sorgen können, Bobo Mayer legte für Fabian Kianpour auf, dessen knallharter Schuss Hirlinger im Pfullinger Tor gerade noch entschärfen konnte. Doch dann folgten starke 15 Minuten der Gastgeber, deren Trainer Michael Konietzny mit einem Wechsel und der Windunterstützung aggressiven und offensiven Tempofußball einforderte und seine Mannschaft versuchte es. Der Ausgleich wäre vom Aufwand her verdient gewesen, doch allzu gefährlich wurde es für das Tor von Yannick Ellermann dann doch nicht, nach einer Ecke von Lukas Früh köpfte Haussmann übers Tor und auch ein Kopfball von Dominik Früh landete nur auf dem Tornetz. Mehr Gefahr konnten die Gastgeber trotz intensiven Anrennens nicht ausstrahlen, die zwar unbedingt den Ausgleich erzielen wollten, aber an einer konzentrierten Normannia-Abwehr sich die Zähne ausbissen. 

„Wir konnten heute nicht an unsere zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen,“ so Pfullingens Trainer Konietzny. „ Wir haben zuviel nachgedacht, wir hatten ständig Angst Fehler zu machen.“ So flachte das hohe Tempo der Gastgeber etwas ab und die Normannen hatten noch einige Möglichkeiten ein Tor zu erzielen. So Bobo Mayer in der 60. Minute, dessen Abschluss aber nur die Latte traf. Die letzte Chance hatte Felix Bauer, der auf Zuspiel von Fabian Kolb freistehend den Ball über das Pfullinger Tor jagte.

Schiedsrichter: Benjamin Kammerer (Bösingen)
Zuschauer: 100
Tore:
0:1 Dominik Pfeifer (5.)
Pfullingen: Hirlinger, D. Früh, Gekeler, Biber (46. Linder), Yilmaz, Haussmann, Dünkel (71. Frey), L.Früh (88. Reuer), Schall (75. Füssenhäuser), Radmann, Özge
FCN: Ellermann; Fichter, Funk, Stölzel, Glück; Kianpour, Gnaase; Pfeifer (88. Werba), Mayer (90. Widmann), Kolb; Bauer(90. Milojkovic)