Der Tabellenführer und große Aufstiegsanwärter kommt in den Schwerzer: Am Samstag, 14.30 Uhr empfängt der FC Normannia Gmünd den Oberligaabsteiger FSV Hollenbach. „Ein starkes eingespieltes Kollektiv“, weiß FCN-Trainer Holger Traub.


Dass es bei Hollenbach gerade auswärts noch nicht wie gewünscht läuft, ist angesichts der Tabellenführung mit drei Punkten Vorsprung eigentlich kaum zu glauben. Doch acht Punkte aus fünf Spielen und zuletzt zwei Unentschieden in Albstadt (1:1) und Rutesheim (0:0) werden den hohen eigenen Ansprüchen nicht ganz gerecht – weswegen der FSV in Gmünd punkten will.

Die Statistiken interessieren allerdings FCN-Trainer Holger Traub wenig, viel mehr will er sich mit der eigenen Spiel-Entwicklung befassen. Den Dämpfer des 0:3 bei Aufsteiger Rutesheim sieht Traub mit ein paar Tagen Abstand gelassener. „Es war keine überragend schlechte Leistung von uns. Wir waren übers ganze Spiel dominant, hatten 80 Prozent Ballbesitz“, sagt Traub, der den Ansatz verteidigt, das eigene Vertikalspiel aus Ballbesitz heraus zu entwickeln: „Hinten reinstehen und Bälle rausschlagen kann jeder.“ In Rutesheim habe man in der ersten Halbzeit zwei, drei sehr gute Möglichkeiten zur Führung vergeben, die das Spiel anders hätten laufen lassen können. Im zweiten Durchgang habe sich seine Mannschaft „vielleicht zu sicher gefühlt“, weswegen sich Fehler einschlichen. „Drei Geschenke“, die der clevere Gegner zu Toren nutzte. „Solche Rückschläge wird es geben“, sagt Traub, der längerfristig denkt.

Kurzfristig allerdings wird der FCN gegen Hollenbach eher selbst „in die Rutesheim-Rolle“ gedrängt, sagt Traub angesichts des Gegners, der im starken Kollektiv auch Einzelkönner wie Serkan Uygun stehen hat. Der 20-Jährige ging beim VfB Stuttgart in der U19-Bundesliga auf Torejagd, bevor er nach Hollenbach kam. Siebe Saisontore stehen schon auf seinem Konto. „Das alles müssen wir in den Griff bekommen“, sagt Traub, der auch gegen den FSV Ballbesitzzeit behaupten und „nicht Bälle wegklopfen“ will.

Die Hollenbacher um Trainer Marcus Wenninger haben den direkten Wiederaufstieg als Ziel ausgegeben, bisher ist der Topfavorit auf Kurs. Doch auch die Normannia hat bereits in den Spielen gegen Calcio Leinfelden-Echterdingen, Dorfmerkingen und Ilshofen gezeigt, dass sie Topteams Paroli bieten kann.

Die Klingen mit dem FSV hat die Normannia zuletzt in der Oberliga gekreuzt. In den Spielzeiten 2010/11 und 2011/2012 stimmt dabei die Heimspielbilanz: Ein 2:1-Sieg und ein 2:2-Unentschieden stehen zu Buche.

Personell hat Traub aber weiterhin neben den Langzeitverletzten einige Baustellen: Patrick Lämmle musste mit einer Zerrung gegen Rutesheim früh raus, droht ebenso auszufallen wie Efendi Erol (Oberschenkelzerrung). Marcel Funk könnte Lämmle ersetzen, aber auch ein einrückender Stephan Fichter oder Nermin Ibrahimovic sind denkbare Alternativen.

So könnten sie spielen: Ellermann – Fichter, Funk, Stölzel, Glück – Gnaase, Kianpour – Erol (?), Mayer, Kolb – Bauer

© Gmünder Tagespost 02.11.2017