(sch) Im Verbandsstaffel-Derby gegen Spitzenreiter TSG Hofherrnweiler agierte die ersatzgeschwächte Elf von Trainer Jochen Herbst im Abwehrverhalten zu nachlässig und unterlag schließlich verdient 1:4 (1:2) – bereits nach 50 Minuten war die Partie entschieden.

Im mit Spannung erwarteten Duell Sechster gegen Erster setzten die Hausherren die ersten Akzente. Schon nach wenigen Minuten erfolgte die erste gute Tormöglichkeit, als eine Flanke von Tiago Lopes über Umwege zum freistehenden Wesley Wicker gelangte, dessen Abschluss aber konnte TSG-Tormann Aaron Walke per Fußabwehr entschärfen. Der Gästekeeper offenbarte wenig später eine erste Schwäche, als er eine Wicker-Hereingabe nicht unter Kontrolle bekam und Mohamed Sanogo den Abpraller unglücklich verpasste. Doch noch in der gleichen Situation setzten die Gmünder gut nach, Wicker wurde von TSG-Verteidiger Nick Grimm umgerissen und der Unparteiische zeigte ohne zu zögern auf den Punkt. Sturmtank Sanogo, welcher den Normannen durch seinen Treffer den 1:0-Hinspielerfolg beschert hatte, blieb cool und verwandelte den Strafstoß souverän zum frühen Führungstreffer. Der Unterschied zum ersten Aufeinandertreffen in dieser Spielzeit bestand aber vor allem darin, dass die Gmünder mit einer komplett umgestellten Viererkette auflaufen mussten. Neben den Langzeitverletzten Janis Hackner, Zeki Bastug sowie Kevin Baginski muss Trainer Jochen Herbst nun auch auf seinen Kapitän Andreas Herkommer verzichten – der Innenverteidiger hatte sich im vergangenen Auswärtsspiel in Sindelfingen (3:0) am Knöchel verletzt und wird seinem Team für mehrere Wochen fehlen. Auch Torjäger Petros Gelis musste verletzungsbedingt passen.

Nach einer guten Anfangsphase viel Elan wurde die Normannia dann auch in der Abwehrarbeit zunehmend gefordert – und ließ von den körperlich hart agierenden Gästen phasenweise den Schneid abkaufen. Hofherrnweiler blieb zwar in der Vorwärtsbewegung zunächst ungefährlich, zielte dann aber auf Standardsituationen ab – mit Erfolg. Mit zwei folgenschweren Patzern trugen die Gastgeber dann auch maßgeblich dazu bei, dass die ausgeglichene Begegnung einen ganz anderen Verlauf nahm. Eine Freistoßflanke von Pius Kuhn konnte der aufgerückte TSG-Verteidiger Robin Zolnai völlig unbedrängt per Kopf zum Ausgleich verwerten. Ein Ebenbild des 1:1 führte nur zehn Minuten später dazu, dass das Resultat binnen kürzester Zeit gedreht war: Beim Freistoß von Leon Niess hatte die schläfrige FCN-Defensive am langen Pfosten den Überblick verloren, Max Discher bedankte sich artig und nickte problemlos zum 1:2 ein. Die Normannia selbst bekam in der Folgezeit nur noch wenig produktives zu stande: Distanzschüsse von Lucas Schwarzer und Silas Klack zischten ebenso knapp über den Querbalken wie ein direkter Freistoß von Atif Duman. Edward Azeta setzte einen Kopfball nach Ecke von Lukas Brandl klar am Ziel vorbei, einen Steilpass auf Sanogo konnte der herauseilende TSG-Torspieler ins Seitenaus spitzeln.

Die Normannen hatte sich in der Halbzeitpause einiges vorgenommen und wollten sich wie bereits im vergangenen Heimspiel gegen Aspach – als man einen 0:1-Pausenrückstand in einen eigenen 3:1-Sieg umwandeln konnte konnte, schnell zurückmelden Doch dieses Unternehmen misslang völlig: Nicht einmal 60 Sekunden im zweiten Durchgang benötigte Hofherrnweiler, um den Ball zurückzugewinnen und durch einen platzierten Flachschuss des eiskalten Pius Kuhn prompt auf 3:1 zu erhöhen Der machtlose FCN-Keeper Alexander Eschig musste nur vier Zeigerumdrehungen darauf erneut hinter sich greifen, als seine Vorderleute einmal mehr zu unkonzentriert agierten und den nunmehr dritten Gegentreffer auf die gleiche Art und Weise kassierten: Ausgangspunkt war erneut eine Freistoßflanke von Niess, woraufhin Zolnai ein zweites Mal völlig freistehend aus nächster Nähe einköpfen durfte.

Somit war frühzeitig alles klar, weshalb die verbliebenen 40 Spielminuten nur noch wenig Unterhaltsames und umso mehr Leerlauf boten. Die Partie blieb zwar hart umkämpft und das Kräfteverhältnis war weiterhin ausgeglichen – doch das Resultat sprach eben doch eine klare Sprache. In der Schlussphase ließ Gästestürmer Luca Maron eine weitere gute Torchance ungenutzt, auf der Gegenseite blieb dem eingewechselten Jonas Nagel ein Stück Ergebniskosmetik für die Normannia verwehrt. Trotz einer insgesamt ordentlichen Leistung war es ein schmerzhafter Rückschlag für die Mannschaft von Coach Jochen Herbst, welche keinesfalls um drei Tore schlechter, aber in den entscheidenden Situation gedanklich stets einen Schritt zu spät kam. So wurde den Gmünder Youngstern einmal mehr in dieser Saison vorgeführt, was ihnen in dieser Spielzeit zur Tabellenspitze fehlt. Tabellarisch hat sich Herbst-Elf im sicheren Mittelfeld eingependelt und liegt nunmehr zehn Punkte hinter dem effizienten Tabellenführer aus Hofherrnweiler zurück.

FCN: Eschig – Brandl, Azeta, Jakobschy, Schwarzer – Klack – Duman (82.Arnold), Wagner, Wicker, Lopes Pereira (58.Nagel) – Sanogo
TSG: Walke – Grimm, Niess, Zolnai, Schiefgen, Weiland, Discher (71.Schmid), Kuhn (80.Bojang), Maron (85.Ulmer), Blum (75.Eller), Köhnlein
Tore: 1:0 Mohamed Sanogo (11.), 1:1 Robin Zolnai (24.), 1:2 Max Discher (35.), 1:3 Pius Kuhn (46.), 1:4 Robin Zolnai (50.)
Schiedsrichter: Nick Reiner (Gussenstadt)
Zuschauer: 50