(sch) Die Gäste aus Ebnat wussten ihre wenigen Tormöglichkeiten besser zu nutzen und entschieden das von beiden Seiten auf schwachem Niveau geführte Kellerduell mit 1:2 (0:1) für sich. Die Gmünder hingegen sind damit endgültig im Abstiegskampf angekommen.

Spätestens, als Trainer Tuna Tözge zur Pause seinen "geliehenen" Torspieler Konstantin Kühnle gegen Feldspieler Alexander Knab eintauschen musste, wurde die extreme Personalnot im U23-Team für jeden sichtbar. Verbandsliga-Torspieler Kühnle, welcher die etatmäßigen U23-Keeper Riko Schreiber (Fußverletzung, fünf Wochen Sportpause) und Walter Duschek (Drei Spiele Rotsperre) vertrat, musste wegen einer privaten Verpflichtung frühzeitig gehen. Diese Begebenheit stellte lediglich das Paradebeispiel für Tözges Personalnot dar. Mit Tobias Pongratz sowie Gezim Zymeri fehlten auch die beiden besten Offensivkräfte verletzungsbedingt. Die Ausfallliste ist mittlerweile länger als die Kaderliste mit den verbliebenen Akteuren und trotz einer mehr als schwierigen Trainingswoche, stets vom chronischen Spielermangel geprägt, wäre gegen schwache Gäste deutlich mehr drin gewesen. Denn der letztjährige Landesligist aus Ebnat stellte unter Beweis, warum man auch eine Klasse tiefer gegen den Abstieg spielt – ebenso wie nun auch die Normannia.

Vor einer Minuskulisse mit gerade einmal 15 Zuschauern erarbeiteten sich die Gastgeber die ersten Abschlusschancen. Zwei Distanzschüsse von Alexander Knab und Ali Ayaz wurden jedoch ebenso zur sicheren Beute für SVE-Tormann Johannes Scholz wie auch ein erster Freistoßversuch von Efendi Erol. Nach einem schnellen Konter über Erol und Ayaz kam der aus der A-Jugend aufgerückte Atif Duman zum Abschluss, zog aber zu überhastet ab, so dass keinerlei Gefahr bestand. Kurz darauf wurde Erol auf der rechten Außenbahn schön in Szene gesetzt, scheiterte aber am glänzend reagierenden Scholz. Dessen Gegenüber Konstantin Kühnle verbrachte bis dahin einen ruhigen Nachmittag. Nennenswert war aus Ebnater Sicht lediglich ein Versuch von Tim Brenner aus der Entfernung, welcher knapp über den Querbalken zischte. Umso bitterer war es für die Normannen, dass die Gäste durch nach 27 Minuten erstmals aufs Tor zielten – und prompt in Führung gingen: Ein weiter Ball von Eniz Bulut aus der Ebnater Hälfte heraus fand Stürmer Nenad Dedic, welcher FCN-Verteidiger Burak Akin entwischte und mit einem sehenswerten Lupfer vollendete. Die Gmünder blieben bis zur Pause zwar leicht feldüberlegen, doch fehlte ihnen in den Offensivaktion der Mut sowie die nötige Genauigkeit in ihren Aktionen. Freistöße von Ayaz und Erol aus vielversprechender Position sowie auch ein Abschluss von Atif Duman aus 18 Metern landeten weit hinter dem Kasten – an Harmlosigkeit war das nicht mehr zu unterbieten.

Nachdem die leicht verunsicherte Heimelf dann auf der Torwartposition umdisponieren musste, kam man jedoch gut aus der Pause zurück und erarbeitete sich früh die größte Möglichkeit zum Ausgleich. Mitten im gegnerischen Strafraum kamen gleich mehrere Normannia-Akteure irgendwie an eine halbhohe Hereingabe und an die folgenden Abpraller, doch aus nächster Nähe verpasste man viermal einen erfolgreichen Torabschluss - es war nahezu symbolisch, dass der Ball in dieser durchaus kuriosen Situation einfach nicht über die Linie wollte, die SV-Abwehr konnte die Gefahr nur mit Müh und Not bereinigen. Glücklos blieb auch der aufgerückte Ricardo Grübel mit einer Kopfballchance infolge einer Ayaz-Ecke, wenig später traf Niklas Hinderer nach einer guten Aktion ins Außennetz. Doch der kurzzeitige Elan der Normannia flachte schnell ab, so dass die Gäste in der Folgezeit ihrem zweiten Treffer immer näher kamen. Tim Brenner ließ völlig freistehend gleich zwei Hochkaräter ungenutzt. Nach einem weiten Pass in die Spitze konnte sich Felix Kaiser durchsetzen und Ersatz-Keeper Knab blieb nur das Nachsehen, doch das Spielgerät prallte vom Innenpfosten ab und zurück ins Spiel. FCN-Spielführer Felix Kübler, welcher nach einem harten gegnerischen Einsteigen trotz Schmerzen weiterspielte, klärte zweimal in höchster Not – das nahende Unheil konnte aber auch der an diesem Tag beste Gmünder nicht abwenden. Dario Cutura spielte einen gedankenschnellen Steilpass in die Schnittstelle der Gmünder Abwehr, Kübler kam zu spät und Dedic sorgte mit einem platzierten Flachschuss ins lange Eck ganz abgeklärt für die Vorentscheidung – Knab, der seine Sache auf der ungewohnten Position mehr als ordentlich machte, war machtlos. Kurzzeitig keimte bei den Normannen doch noch einmal Hoffnung auf: Der eingewechselte Clemens Stich hatte mit einem herrlichen Schuss aus der Drehung und in den Winkel hinein für den 1:2-Anschlusstreffer gesorgt. Doch viel mehr wollte der Tözge-Elf an diesem Nachmittag einfach nicht gelingen – einen letzten Flankenball von Burak Akin in der vierminütigen Nachspielzeit sicherte sich SV-Schlussmann Scholz und brachte den Ebnater Auswärtserfolg somit unter Dach und Fach.

Die Fieberkurve zeigt steil nach unten, die Trendwende lässt weiter auf sich warten: Das U23-Team wartet mittlerweile seit Oktober auf einen Punktgewinn und rutscht immer tiefer in die Misere, auch geschuldet durch die aktuellen Verletzungssorgen – was für den enttäuscheden Auftritt gegen Ebnat jedoch keine alleinige Ausrede mehr darstellen darf. Die Niederlage im so wegweisenden Kellerduell war sicherlich unglücklich zustande gekommen, doch wirklich beschweren konnten sich die Gmünder nicht, hatte man doch selbst schlichtweg zu wenig investiert und daher auch nur wenige gute Aktionen zu verzeichnen. Die Lage hat sich damit weiterhin zugespitzt: Die Normannen bleiben Tabellenelfter, Ebnat konnte auf einen Punkt heranrücken. Ohne eine deutliche Leistungssteigerung drohen dem Team von Trainer Tuna Tözge die nächsten herben Rückschläge. Am kommenden Sonntag geht es zur achtplatzierten TSG Schnaitheim, wo die Gmünder ihren 4:1-Hinspielerfolg gerne wiederholen möchten. Eine Woche darauf kommt es zum richtungsweisenden Derby gegen den Aufsteiger TSV Heubach, welcher aktuell den Relegationsplatz belegt – dieser ist für den FCN gerade einmal noch fünf Zähler entfernt. Es wird Zeit, den beginnenden Abstiegskampf endlich anzunehmen – entgegen aller Widrigkeiten.

FCN: Kühnle (46.Knab) – Grübel, Kübler (83.Krieger), Widmann, Akin – Erol, Knab (46.Stich), Ayaz, Duman (60.Schwind) – Bechthold, Hinderer
SVE: Scholz – N.Brenner, Bulut, T.Brenner, Kaiser, Dedic, Haas, Cutura, Werner (60.Cutura), Fischer (88.Uhl), Gentner
Tore: 0:1 Nenad Dedic (27.), 0:2 Nenad Dedic (80.), 1:2 Clemens Stich (84.)
Schiedsrichter: Erhan Gümüs (Sternenfels)
Zuschauer: 15