(cjk) Aus einer stark verbesserten Normannia-Elf ragte an diesem milden Samstagnachmittag auf dem Tübinger Kunstrasen Normannia-Schlussmann Yannick Ellermann heraus, der nicht nur zwei Elfmeter parierte, sondern mit einigen Mega-Reflexen seinen Kasten sauber hielt und somit den Grundstein für den Gmünder Auswärtserfolg legte. Yannick Ellermann war auch der Grund, warum Tübingens Trainer nach dem Spiel recht bedrückt war; „Es gibt Tage, da geht nichts zusammen.

Du hast Chancen, aber machst das Entscheidende nicht: Tore und da war Gmünds Tormann heute dagegen.“ Die Tübinger hatten in der Tat viele Chancen, um das Spiel für sich zu gestalten, doch die Normannen arbeiteten gut gegen den Ball und setzten immer wieder geschickt Nadelstiche Richtung Tübinger Tor. Trainer Holger Traub hatte seine Mannschaft gut auf die Tübinger Spielidee eingestellt und meinte nach dem Spiel.“ Wir hatten das gegnerische Konterspiel gut im Griff und haben es geschafft dank Ellermann, der das Spiel mitentschieden hat, endlich gegen einen Aufsteiger zu gewinnen.

Das Spiel gegen den Ball war deutlich besser als zuletzt und die Einwechslungen haben sich sehr gut integriert, eine Torvorlage und ein Tor sprechen für sich.“ Normannia Chef-Trainer Holger Traub konnte personell fast aus dem Vollen schöpfen (nur Marcel Funk und Pascal Werba standen nicht zur Disposition) und vertraute wieder seiner Grundordnung 4-2-3-1, die er aber immer wieder zu einem 3-1-4-2 variieren ließ. Abgesehen von dem Foulelfmeter stand es in der ersten Halbzeit nach Torchancen unentschieden, jedes Team konnte vier Großchancen für sich verzeichnen, die Normannen aber verwandelten eine davon erfolgreich. Dieses Verhältnis sollte sich in der zweiten Halbzeit fortsetzen und somit stand es nach 94 Minuten 0:2.

Schrecksekunde nach zwei Minuten für den zahlreichen Normannia-Anhang, Dierberger stand auf einmal völlig frei, schoss aber deutlich am Tor vorbei. Die Normannen brauchten eine Viertelstunde um richtig gefährlich zu werden, nach einem Bobo Mayer-Freistoß, war Fabian Kianpour zu Stelle, doch sein Abschluss landete knapp neben dem Pfosten. Beide Seiten suchten den schnellen Torabschluss, Tübingens Glück scheiterte mit einem Drehschuss, auf der Gegenseite scheiterte Felix Bauer nach Vorlage von Stephan Fichter an Weber im TSG-Tor. Nur zwei Minuten nachdem Yannick Ellermann gegen Iggoute klären konnte, kam es zu einem Zweikampf im Strafraum zwischen Stephan Fichter und Dierberger, der zu Boden ging und den Strafstoß bekam, den Lars Lack ausführte und flach ins linke Eck schoss, doch Ellermann hatte die Ecke erahnt und klärte. Auf der Gegenseite bekamen die Normannen einen Freistoß 23 Meter vor dem gegnerischen Gehäuse zugesprochen: Bobo Mayers Granate konnte Weber nicht festhalten, Felix Bauers Nachschuss  konnte er nochmals reflexartig abwehren, doch gegen den zweiten Nachschuss von Fabian Kolb war er machtlos (32.). 0:1 für die Gäste.

In der 39. Minute hätten die Gmünder auf 2:0 erhöhen können, schneller  Konter der Normannen, Felix Bauer enteilte der Tübinger Abwehr und stand allein vor Weber, der Bauers Abschluss noch sensationell zur Ecke klärte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatten die Normannen Glück, dass Dierbergers Kopfball nur gegen die Latte klatschte. Die erste Viertelstunde der zweiten Halbzeit stand ganz im Zeichen der Gmünder Gäste. In der 49. Minute narrte Felix Bauer die Tübinger Defensive, doch fand er erneut seinen Meister in Weber, der Nachschuss von Fabian Kolb landete aber nur im Außennetz. In der 52. Minute prüfte Bobo Mayer mit einem Gewaltschuss Weber, der zwei Zeigerumdrehungen machtlos gewesen wäre, als Daniel Stölzel nach einer Mayer-Ecke einen Kopfball knapp über die Latte jagte. Tübingen versuchte es mit langen Bällen und Konterattacken, so in der 61. Minute als Lack einen Konter gefährlich abschloss, aber Yannick Ellermann mit einem Mega-Reflex den Ball über die Latte drehte.

Dann waren wieder die Normannen am Drücker, Daniel Stölzel scheiterte mit einem Kopfball, Felix Bauer nach Doppelpass mit Marvin Gnaase hätte für die Vorentscheidung für die Normannen sorgen können, aber auch Weber reagierte wieder stark. In der 74. Minute wieder ein Zweikampf im Gmünder Strafraum, diesmal zwischen Daniel Glück und Lack, der zu Fall kam und Tübingen erhielt den zweiten Foulelfmeter zugesprochen. Wieder lief Lars Lack an, zielte wieder links und wieder war Yannick Ellermann in der linken Ecke und parierte den Strafstoß. Nur zwei Minuten später stand Ellermann wieder im Mittelpunkt, Stephan Fichter blieb nach einem Zweikampf im Mittelfeld verletzt liegen, der eingewechselte Weiß schnappte sich den Ball und marschierte aufs Gmünder Tor zu und zwang unbedrängt Yannick Ellermann zur nächsten Glanzparade. Tübingen versuchte nun alles, um zum Ausgleich zu kommen, doch die Normannen blieben jetzt ganz ruhig und setzten einen Angriff nach dem anderen dagegen, zuerst versuchte es Fabian Kolb, dann Felix Bauer, doch Weber stand seinem Gmünder gegenüber in nichts nach.

Dann die  90. Minute der eingewechselte Efendi Erol ersprintete sich an der rechten Seite einen langen Ball, flankte von der Grundlinie zurück, direkt auf Simon Knecht, der den Ball volley ins Tordreieck zum entscheidenden 0:2 hämmerte.

Holger Traub nach dem Spiel: „Wir wollen nun kommende Woche den nächsten Schritt machen. Ilshofen wird uns alles abverlangen und wir müssen auf die heutige Leistung noch mal etwas draufsatteln. Hoffen wir, dass die Jungs die nächste Trainingswoche ebenso gut annehmen und es dann gegen Ilshofen umsetzen können.“

Schiedsrichter: Tobias Bauch (Reutlingen)
Zuschauer: 120
Tore:
0:1 Fabian Kolb   (32.)
0:2 Simon Knecht (90.)
Besondere Vorkommnisse:
Gmünds TM Ellermann hält zwei Foulelfmeter vom Tübinger Lars Lack (28. und 74.)
Tübingen: Weber (87. Krasniqi), Binder (84. Sauerborn), Fetzer, Knoll, Zahn, Bok (64. Braun), Iggoute, Lack, Glück, Dierberger, Alfonzo (71. Weiß)
FCN: Ellermann; Fichter, Lämmle, Stölzel, Glück (90. Nuding); Kianpour, Gnaase; Pfeifer (77. Knecht), Mayer (88. Ibrahimovic), Kolb; Bauer (89. Erol)