0:2 – Normannia schrammt an der Sensation vorbei

Schwäbisch Gmünd (fcn) – Die rund 350 Zuschauer schauten am späten Dienstagabend nicht schlecht, als sie dem Verbandspokal-Achtelfinale zwischen dem 1. FC Normannia Gmünd und dem SGV Heilbronn-Freiberg beigewohnt haben: Das Tabellenschlusslicht der Oberliga hat gegen das Spitzenteam aus der Regionalliga ganz lange an der Sensation geschnuppert – musste sich dann aber am Ende mit 0:2 (0:1) geschlagen geben. „Die Einstellung war top, die Intensität war hoch. Wir haben es geschafft, das Spiel ganz lange offenzuhalten und das war auch unser Ziel“, resümierte Normannias Trainer Patrick Faber zufrieden.

Gmünds Trainer Patrick Faber hatte auf Fünferkette in der Abwehr umgestellt und mit Leif Lochbrunner und Luke Schmidt gleich zwei Debütanten gebracht, die ihre Sache mehr als ordentlich gemacht haben und explizit von Faber nach der Partie positiv hervorgehoben worden sind. „Leif hat heute sein Debüt im Tor gegeben und es unfassbar gut gehalten, weil es auch nicht so einfach für ihn war. Ebenfalls hervorheben möchte ich Luke, der ebenfalls sein erstes Spiel gemacht hat“, lobte Faber. Der Regionalligist legte gleich los. Vejiko Milojkovic, der von Beginn an ran durfte, klärte gleich zweimal in den ersten beiden Minuten in höchster Not. Ohnehin zählte er zu den auffälligsten Gmünder Akteuren, scheute keinen Zweikampf. Auf der anderen Seite probierte es Daniel Rapp, dessen Versuch nur knapp über die Latte der Gäste streifte (6. Minute). Die Normannen hielten demAnfangsdruck stand. Umso ärgerlicher war es dann, dass sie nach einem Standard doch das 0:1 schlucken mussten: Tim-Niklas Pietzsch war per Kopf zur Stelle (21.). Manch ein Gmünder Zuschauer mag nun gedacht haben, dass die Dämme bei den Gastgebern brechen würden, sahen sich aber schnell getäuscht. Der FCN machte einfach weiter, nahm die Zweikämpfe an und ließ nahezu nichts zu. Nochmal Pietzsch schoss knapp drüber, jedoch aus der Distanz, mehr hatten die Gastgeber nicht zu überstehen in der ersten Halbzeit (45.).

In der zweiten Halbzeit war es Mike Huras, der kurz nach dem Wiederanpfiff gefoult wurde (46.). Er kam zur Pause für Ben Cahani. Den fälligen Strafstoß trat Daniel Rapp. Sein wenig platzierter Versuch in die rechte Ecke aber war letztlich kein Problem für SGV-Schlussmann Benedikt Paul Grawe (48.). „Der Elfmeter ist symptomatisch für die Situation gerade. Uns hätte das Tor sicherlich gutgetan. Letztlich tut es mir für Rappileid“, so Faber. Das hätte der Ausgleich sein müssen. Bemerkenswert war danach aber, dass die Normannen nicht daran zerbrochen sind, sondern weiter mutig nach vorne gespielt haben. Der Regionalligist wurde phasenweise in die eigene Hälfte gedrängt, kam aber immer wieder auch gefährlich nach vorne. Lochbrunner parierte stark gegen den Kopfball von Marlon Mustapha (51.). Dann war es MarshallMurray Ngassa Faleu, der nur ganz knapp nach einem Eckball drüberköpfte (67.). Nach einem Konter, der durch einen Fehler in der Vorwärtsbewegung der Gmünder entstand, traf Mustapha nach einem Lupfer nur den Außenpfosten (77.).

Die Gmünder kämpften weiter tadellos, doch mussten am Ende doch noch den zweiten Treffer hinnehmen. Mustapha war es, der in einer unübersichtlichen Situation en Überblickbehielt und einnetzte (88.). Die Erleichterung war dem Favoriten nach diesem 2:0 deutlich anzumerken, doch obwohl die Partie entschieden war, spielten die Gastgeber weiter nach vorne. Nils Staiger scheiterte noch einmal mit einem Freistoß und auf der anderen Seite parierte abermals Lochbrunner in einer Eins-gegen-eins-Situation gegen Mustapha sehr stark, Tobias Rössler kratzte den Ball schließlich von der Linie (90.+2). „Nach der Halbzeit hat die Normannia besser gespielt, hatte viele Vorstöße und einige Chancen liegengelassen, nicht zuletzt den Elfmeter. Da hätte es noch einmal brenzlig werden können. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden, dass wir diesen Job erledigt haben“, sagte hinterher ein sichtlich erleichterter SGV-Trainer Kushtrim Lushtaku. Faber hatte zwar erneut mit seiner Mannschaft verloren, konnte mit dem Dargebotenem seiner Mannschaft allerdings gut leben, weil vieles anders war als zuletzt. „Irgendwann hatten wir uns freigeschwommen. Bereits gegen Ende der ersten Halbzeit haben wir mehr Mut entwickelt und versucht, den Ball nicht nur lang wegzuspielen“, so Faber nach dem Schlusspfiff. Zwar hatte sich die Normannia gut verkauft, was allen gut getan hat, allerdings sei man dennoch über das Ausscheiden enttäuscht, sagte Faber.

FCN: Lochbrunner – Avigliano (90. Reinders), Schmidt (86. Mignano), Rössler, Körner, Staiger – Wilhelm, Kianpour – Rapp (62. Lettieri), Cahani (46. Huras) – Milojkovic (76. Dautaj)

Tore: 0:1 Pietzsch (21.), 0:2 Mustapha (88.)