Normannia bleibt unschlagbar: 2:2 nach 0:2

Schwäbisch Gmünd (fcn) – In der Fußball-Oberliga hat der 1. FC Normannia Gmünd den Tabellensiebten, den FC Villingen, zu Gast gehabt. Am Ende musste sich die an diesem Samstag von Adrian Schad betreute Mannschaft mit einem 2:2 begnügen, nachdem man allerdings bereits mit 0:2 zurücklag.

Ohne ihren gesperrten Trainer Zlatko Blaskic, das Urteil der Spielsperre erreichte die Normannen erst gegen Ende der Woche, begann die Normannia schwungvoll, drängte die Gäste tief in die eigene Hälfte hinein, ohne jedoch erfolgreich zu sein. In einer Situation ging Levin Kundruweit im Strafraum zu Boden, die Normannen forderten Elfmeter, die Pfeife des Unparteiischen aber blieb stumm.

Die Drangphase endete aber bereits nach fünf Minuten wieder, dann spielte auch Villingen nach vorne, das unter der Woche noch ein Pokalspiel in den Knochen hatte. Unter gültiger Mithilfe der Gmünder Defensive, die nur zuschaut, war es am Ende Kevin Müller, der aus kurzer Distanz nur den rechten Außenpfosten traf (6. Minute). Die Gäste präsentierten sich technisch stark und waren häufig eher am Ball als die Normannen, die sich aber auch nicht versteckten. Nach Vorarbeit von Daniel Rapp probierte es Nico Molinari aus etwa 16 Metern, der Ball aber flog abgefälscht über das Gehäuse (9.). Interessant wurde es erst wieder kurz vor der Pause. Dabei spielte der Unparteiische Felix Stephan keine kleine Rolle. Nach einem langen Ball war Villingens Jonathan Späth in abseitsverdächtiger Position frei durch. Die Pfeife blieb stumm, doch Yannick Ellermann im Tor blieb bärenstark stehen und schnappte sich das Leder, hielt den Ball sogar fest (39.). Wie hinterher auf dem Video sichtbar wurde, war Späth tatsächlich nicht im Abseits, die Entscheidung war also korrekt.

Zwei Minuten später bekamen die Gäste einen Freistoß in 20 Metern Torentfernung zugesprochen. Nach der Ausführung landete der Ball in der Mauer, die Normannen klärten den Ball, auch Villingen spielte weiter – doch plötzlich pfiff Stephan: Handelfmeter (41.). Die Gmünder konnten es nicht glauben, doch die Entscheidung stand fest. „Rössler wird am Rücken getroffen“, regte sich Zuschauer Blaskic hinterher auf. Christian Derflinger war die Aufregung egal, er verwandelte sicher ins rechte Eck (42.). Die Normannen hatten dann aber noch die Megachance auf den Ausgleich. Valerio Avigliano dribbelte sich stark durchs Mittelfeld und bediente Marvin Gnaase auf rechts. Dieser brachte den Ball flach in die Mitte auf Alexander Aschauer, der jedoch drüberschoss. Der Ball hüpfte allerdings kurz vor dem Schuss noch unglücklich auf (45.+2). 

Statt 1:1 ging es mit diesem 0:1 in die Pause und kurz nach dem Seitenwechsel kam es noch dicker für die Gastgeber. Über rechts konnte sich der FCV recht unbedrängt durchsetzen und am Ende war es wieder Derflinger, der den Ball irgendwie in die lange Ecke zum 2:0 für Villingen spitzelte(50.). Es dauerte etwas, bis sich die Normannen wieder berappelten. Nach einem Freistoß probierte es Nils Staiger volley, verfehlte das Gehäuse jedoch um rund einen Meter (61.). Es bedurfte in dieser Partie einer Einzelleistung – und die kam von Gnaase. Dieser eroberte sich den Ballkämpferisch, spielte zwei Mann technisch stark aus und zog aus etwa 16 Metern flach ab zum 1:2-Anschluss (70.). Ein ganz starker Treffer des Mittelfeldspielers, der den FCN zurück ins Spiel brachte. „Wir haben eine gute Moral gezeigt. In der ersten Halbzeit ist es nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten, in der zweiten hatten wir dann einendeutlich besseren Zugriff, waren aggressiver und mutiger“, sagte Adrian Schad aus der Cheftrainerposition heraus.

Dieser Treffer verfehlte seine Wirkung jedenfalls nicht. Aschauer eroberte sich am Strafraumeck den Ball stark gegen Enrico Krieger, nahm Molinari mit, der noch einmal clever querlegte zu Daniel Rapp. Zunächst scheiterte dieser an Andrea Hoxha, den zweiten Versuch aber verwandelte er zum umjubelten 2:2 (77.). Krieger hatte sich in der Szene zuvor verletzt und musste den Platz verlassen. Die Gäste hatten jedoch schon fünfmal gewechselt und mussten in Unterzahl weiterspielen. Das wollte die Normannia natürlich nutzen, um das Spiel komplett zu drehen, Villingen hielt aber stark dagegen und spielte selbst in Unterzahl immer wieder nach vorne. Als der Schiedsrichter sechs Minuten Nachspielzeit anzeigte, keimte noch einmal Hoffnung auf beim Anhang des FCN. Nico Molinari dribbelte sich stark über die linke Seite durch, bediente schließlich am kurzen Pfosten Aschauer, der aber an Hoxha scheiterte (90.+2). Der eingewechselte Veljko Milojkovic drang auch noch einmal gefährlich in den Strafraum ein, hätte vielleicht schießen können, legte den Ball aber noch einmal in die Mitte, in der die Villinger den Ball schließlich am Fünfmeterraum klären konnten (90.+4).

Vielleicht wäre es nach dem 0:2 am Ende auch zu viel des Guten für die Normannen gewesen. „Wenn wir am Ende etwas klarer agiert hätten, wäre deutlich mehr drin gewesen. Unterm Strich muss man nach einem 0:2 aber mit einem 2:2 leben können“, so Schad nach der Partie. So aber bleiben die Normannen weiterhin ungeschlagen. Das untere Tabellenmittelfeld samt Abstiegszone scheint immer weiter zusammenzurücken. Während oben alles klar zu sein scheint, bleibt dieser Abstiegskampf absolut spannend.

FCN: Ellermann – Avigliano, Rössler (55. Grupp), Körner, Staiger (65. Filipovic) – Wilhelm (55. Kianpour) – Rapp (87. Milojkovic), Gnaase, Molinari – Kundruweit, Aschauer.

Tore: 0:1, 0:2 Derflinger (42., HE, 50.)

 

Stimmen zum Spiel: „Wir sind schwer zu schlagen“

Vejko Milojkovic, FCN-Stürmer: „Es war wie in den vergangenen Wochen: Wir sind schwer zu schlagen. Wie schon in Reutlingen sind wir nach einem Rückstand zurückgekommen. Am Ende hatten wir am Ende die Chance auf den Sieg, das war gegen Villingen wieder so. Am Ende ist es schade, dass wir uns am Ende nicht mit drei Punkten belohnt haben. Ich hätte am Ende sicherlich selbst abschließen können, aber in solch einem Moment gehen einem 1000 Dinge durch den Kopf. Am Ende entscheidet man dann intuitiv.“

Calvin Körner, FCN-Innenverteidiger: „Das war schon ein hart erarbeitetes Unentschieden, bei dem auch etwas Glück mit dabei war. In der ersten Halbzeit müssen wir es einfach deutlich besser machen. Die hatten ein Pokalspiel in den Knochen, wir nicht. Da hätten wir viel mehr Tempo machen müssen. Wir waren da wenig präsent, haben da wenig richtig gut gemacht, weder vorne noch hinten. Wir sind gut zurückgekommen, haben Teamgeist bewiesen, aber ein Dreier wäre schon schön gewesen.“