Albrecht und Aluminiumglück: Normannia siegt wieder

Gmünder Oberligist setzt sich gegen den SSV Reutlingen mit 3:2 (1:2) durch

Schwäbisch Gmünd (fcn) – Wow, was war das doch für ein Brustlöser an diesem Wochenende im Schwerzer: In der Fußball-Oberliga hat der 1. FC Normannia Gmünd nach acht sieglosen Partien mal wieder einen ganz wichtigen Sieg gegen den SSV Reutlingen eingefahren. 3:2 hieß es nach fast 98 Minuten.

Dabei fing es in dieser Partie nicht gut los für die Normannen. Bereits in der zweiten Minute gingen die Gäste in Führung. Konstantinos Markopoulos zog aus 20 Metern ab und die vielen Reutlinger Fans konnten das erste Mal jubeln. Es ist genau das eingetreten, was die Gmünder, vor allem in der aktuellen Situation, unbedingt vermeiden wollten. Doch Gmünd ließ sich nicht beirren. Alexander Aschauer köpfte ganz knapp drüber, es war die erste Chance der Gastgeber (12.). Doch der SSV Reutlingen war in der Offensive stets gefährlich. Maxim Schmalz zog knapp drüber (14.). Die Normannia blieb aber ebenfalls in der Partie. Nach einer Aschauer-Hereingabe bugsierte Sladan Puseljic gemeinsam mit Jonas Vogler den Ball in die eigenen Maschen, sie schossen sich gegenseitig ab (20.). Kurios.

Es blieb turbulent. Nur drei Minuten später war Markopoulos frei durch, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Pius Albrecht im Gehäuse der Normannen (23.). Wieder nur drei Minuten später war der omnipräsente Leander Vochatzer frei vor Albrecht, wieder reagierte der junge Schlussmann glänzend (26.). Doch nur eine Minute später dann flog der Ball von der rechten Seite in die Mitte, Yannick Toth war zur Stelle und brachte Reutlingen wieder in Führung, hier hatte selbst der starke Albrecht keine Chance. Auch Toth war wieder relativ frei im Zentrum. Reutlingen drängte darauf, dieses Spiel komplett in die eigene Richtung zu bringen, doch Albrecht hatte mal wieder etwas dagegen. Zwei richtig starke Paraden zeigte er bereits, die dritte aber war die spektakulärste. Einen Versuch aus der Kurzdistanz sahen die meisten schon im Tor, doch Albrecht hechtete hin und verhinderte den sicher geglaubten Einschlag (38.). 

Kurz vor der Pause kam die Normannia nochmal gefährlich nach vorne. In der Mitte spielte ein SSV-Akteur deutlich mit der Hand den Ball, Schiedsrichter Achim Mauz musste das von seiner Position aus auch gesehen haben, sah aber offensichtlich kein strafbares Handspiel in dieser Situation(45.+1). Die Proteste der Gmünder hielten sich auch in Grenzen. Niklas Hofmeister war es dann, der am Reutlinger Schlussmann Dominik Hozlinger scheiterte (45.+2). „Wir haben es Pius Albrecht zu verdanken, dass es zur Pause nur 1:2 steht, das muss man ehrlicherweise sagen. Reutlingen hat in der Offensive alles auf den Platz gebracht, womit wir überhaupt nicht klar gekommen sind“, räumte Gmünds Trainer Zlatko Blaskic hinterher ein

Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, da war Aschauer in guter Position, schloss ab, traf den Ball aber nur sehr unglücklich. Auf der anderen Seite wieder Dusel für die Normannia: Marlon Gangloff traf nur den Pfosten (52.). Dann wurde Tim Grupp im Strafraum gefoult, die Pfeife blieb lange stumm – ertönte aber doch noch. Es gab Elfmeter, die Reutlinger konnten es nicht fassen (58.). Aschauer nahm sich der Aufgabe an, scheiterte an Hozlinger, doch versenkte schließlich im Nachschuss zum 2:2 (59.). Zwei Minuten später war es wieder Markopoulos, der für Gefahr sorgte, freistehend verzog er jedoch. Abermals zwei Minuten später sprintete Nico Molinari über den gesamten Platz, bracht den Ball in die Mitte, wo er zu Niklas Hofmeister abgewehrt wurde, der wuchtig abschloss und sein erstes Saisontor für seinen neuen Arbeitgeber markieren konnte (63.). Die Gmünder hatten diese Partie tatsächlich gedreht. Und es wirkte für rund 20 Minuten so, als hätten die beiden Teams ihre ganze Power in diese ersten 63 Minuten gelegt, doch es sollte noch einmal recht spannend werden.

Zunächst blieb Fabian Kianpour nach einem Zweikampf am Boden liegen, zog sich eine Platzwunde zu und musste mit einem Kopfverband vom Platz. Der SSV drückte weiter nach vorne, wollte unbedingt den Ausgleich, den er mindestens verdient hätte. In der 90. Minute traf der eingewechselte Tom Ruzicka erneut nur den Pfosten, nachdem in der Offensive Nico Molinari in aussichtsreicher Position zunächst ausgerutscht ist – dieser Konter hätte fast die drei Punkte gekostet. Doch die Normannen kämpften bis zum Schluss, feuerten sich gegenseitig an und puschten sich in jedem Zweikampf. Nach dem Schlusspfiff lagen sie sich schließlich erschöpft, aber glücklich nach der fast achtminütigen Nachspielzeit in den Armen.

„In der Pause habe ich den Jungs gesagt, dass wir eine andere Energie auf den Platz bekommen und an uns glauben müssen. Für uns ging es einfach mal darum, drei Punkte zu holen. Die Art und Weise, was Mentalität und Aggressivität angeht, hat mir gefallen“, so Blaskic. Natürlich könne seine Mannschaft besser Fußball spielen, „doch ist das im Moment völlig zweitrangig. Wir müssen die Mentalität auf den Platz bekommen in den nächsten Wochen, um weiter zu punkten“, so Normannias Trainer weiter. Der FCN steckt weiterhin unten in der Tabelle fest, Blaskic und sein Team hoffen aber, dass dieser Erfolg den notwendigen Pusch gegeben hat für die kommenden Spiele.

FCN: Albrecht – Wilhelm, Körner, Kianpour (86. Rössler), Staiger (84. Ramovic) – Grupp, Gnaase (90.+4 Milojkovic) – Hofmeister (79. Rapp), Kundruweit, Molinari – Aschauer 

Tore: 0:1 Markopoulos (2.), 1:1 Puseljic (20.), 1:2 Toth (27.), 2:2 Aschauer (58.), 3:2 Hofmeister (63.)