Der Kapitän ist zurück an Bord

Schwäbisch Gmünd (fcn) – In der vergangenen Woche hatte es sich erstmals angedeutet. Yannick Ellermann stand im Test bei den Sportfreunden Schwäbisch Hall nach langer Zeit wieder einmal 90 Minuten im Tor. Jetzt kehrte er auch in der Oberliga auf den Rasen zurück – in einem ganz besonderen Spiel.

Letzte Gespräche mit Trainer Zlatko Blaskic brachten schließlich die endgültige Entscheidung: Ellermann kann im Derby gegen Essingen wieder zwischen den Pfosten stehen. Fünfeinhalb Monate ist es her, als sich Ellermann im Ligaspiel beim FSV Hollenbach so schrecklich das Schienbeingebrochen hatte. Operationen, Reha, die gesamte Klaviatur musste der Schlussmann durchspielen, biss sich aber zurück. Jetzt hat er sein erstes Pflichtspiel seit dem vergangenen September absolviert. „Ich konnte mich lange darauf vorbereiten. Zlatko und ich haben uns am Anfang der Woche unterhalten und wir wollten die Woche noch einmal abwarten, ob es irgendwelche Reize gibt. Das Ziel war es, gegen Essingen zu spielen. Lange fünfeinhalb Monate habe ich mich darauf vorbereitet und gehofft, es zu schaffen“, so Ellermann nach dem 1:1 gegen den TSV. Er sei stolz, glücklich und froh, dass er es doch recht früh, gemessen an seiner Verletzung, wieder zurück auf den Rasen kehren konnte. Die Ärzte hatten ihm damals prophezeit, dass es sechs Monate dauere, bis er überhaupt wieder mit dem Training auf den Rasen beginnenkönnte. Ellermann aber schaffte es nach vier Monaten. „Da gilt ein großes Dankeschön allen Beteiligten, Doktor Wacker, dem Verein und Myoathletic. Ich bin jetzt erst einmal froh, dass ich wieder spielen konnte und das alles geklappt hat“, so Ellermann.

Nach zehn Minuten in diesem Derby war die Gefühlslage noch eine andere, da hatte Erman Kilic für die Gäste getroffen, aus spitzem Winkel. „Der Ball ist genau zwischen Arm und Pfosten rein, das passiert“, sagt Ellermann achselzuckend. Die erste Halbzeit sei insgesamt klar an Essingen gegangen, wenngleich Ellermann nach dem 1:0 nicht mehr die größten Chancen wahrgenommen hatte vom Gegner. Alles in allem sei es aber ein gerechtes Unentschieden gewesen, mit dem man bei der Normania durchaus leben konnte, sagt NormanniasKapitän. „Wir haben es uns natürlich gewünscht, gegen Essingen zu gewinnen. Das wäre die ausgleichende Gerechtigkeit für das 1:2 im Hinspiel gewesen. Alles in allem aber war das ein gerechtes 1:1“, sagt Gmünds Schlussmann.

Nicht vergessen möchte man beim FCN, bei aller Euphorie um die Rückkehr von Ellermann, dass der junge Pius Albrecht ein ganz starker Ersatz für Ellermann gewesen ist. „Dass Pius ein guter Torwart ist, das wussten wir, sonst wäre er nicht bei uns. Er hat es in den vergangenen Monaten aber wirklich hervorragend gemacht. Da können wir alle stolz sein, solch einen guten Schlussmann in unseren Reihen zu haben“, lobt Ellermann seinen Vertreter, der sich nun wieder klaglos in die zweite Reihe verabschiedet.

Es sind harte Wochen, mit denen die Normannia in dieses Pflichtspieljahr starten muss. Am kommenden Freitag gastiert der FCN beim Göppinger SV, wieder ein Derby, um nur eine Woche später den VfR Aalen zu empfangen. Das dritte Derby binnen drei Wochen wird das sein. Danach dann wird der aktuelle Tabellenführer VfR Mannheim der Gegner der Blaskic-Elf sein. „Wir haben gegen den Vierten, der eine Top-Saison spielt, 1:1 gespielt. Gegen Essingen einen Punkt zu holen ist also gut. Wir müssen an der Leistung der zweiten Hälfte dranbleiben, um dann auch etwas aus Göppingen mitzunehmen“, schätzt Ellermann die Situation ein. Danach dann gehe man in die Partie gegen Aalen und Mannheim als Underdog. „Aber in einem Spiel ist immer alles möglich“, lautet nicht nur Ellermanns Marschroute. Neben Ellermann ebenfalls zurückgekehrt ist Miladin Filipovic, der ebenfalls Monate ausgefallen war und der es prompt wieder in die erste Elf geschafft hat. „Er bringt enorm viel Erfahrung mit und hat einen ganz präzisen Fuß. Er trifft in der Regel neun von zehn Bällen, wie er sie braucht und wie wir sie letztlich als Mannschaft brauchen. Das hat uns in der Hinrunde gefehlt, da waren wir vor allem nach Standards zu harmlos“, freut sich Gmünds Schlussmann über den zweiten Rückkehrer nach langem Ausfall.

Jetzt möchte er gesund bleiben, Reize sollten weiterhin ausbleiben. Und in den kommenden brutalen Wochen möchten die Gmünder allesamt gemeinsam überraschen.