Derby ist Derby, dennoch ist die Normannia der Underdog

Schwäbisch Gmünd (fcn) – Wenn der 1. FC Normannia Gmünd an diesem Samstag (14 Uhr) den TSV Essingen empfängt, dann ist das natürlich kein gewöhnliches Ligaspiel. Es ist Derbyzeit – und damit eine Partie, in der die Tabellenkonstellation zumindest für 90 Minuten außer Kraft gesetzt wird, zumindest theoretisch. 

Die Ausgangslage könnte für die Normannia durchaus eine bessere sein. Als Tabellenschlusslicht steht Gmünd unter Druck und weiß um die Bedeutung jedes einzelnen Punktes. Umso wichtiger ist es, vor heimischer Kulisse mit Leidenschaft, Einsatz und mannschaftlicher Geschlossenheit aufzutreten. Das forderte Interimstrainer Stephan Fichter wiederholt, und das hat er zu großen Teilen auch in den ersten beiden Spielen unter seiner Regie beobachten können bei seinen Spielern. Drei Punkte als Ausbeute waren da fast schon zu wenig, sind aber die Realität. „Wir gehen als klarer Außenseiter in dieses Derby. Die Favoritenrolle liegt ganz klarbei den Essingern. Nichtsdestotrotz haben wir in den vergangenen beiden Spielen einen Aufwärtstrend erkennen können“, sagt Fichter vor dem Duell mit dem fast schon ewigen Rivalen.

Daniel Rapp war bereits in Reutlingen auf der Bank und wird an diesem Wochenende wieder zur Verfügung stehen. Ebenfalls mit einer Rückkehr in den Kader rechnen die Normannen bei Fabio Lettieri. Fragezeichen stehen noch hinter den beiden Defensivakteuren Tim Grupp, Fabian Kianpour und Nill Hauser. Bleart Dautaj war unter der Woche krank, sein Einsatz ist ebenfalls noch nicht geklärt. 

Der TSV Essingen wird seinerseits alles daransetzen, die Punkte aus Gmünd mitzunehmen. Der TSV Essingen reist mit wechselhaften Ergebnissen, aber einem Erfolgserlebnis im Gepäck nach Gmünd. Auf die knappe 1:2-Niederlage beim FC Teningen folgte ein 2:1-Heimsieg gegen den FC Nöttingen. Zuletzt setzte sich der TSV mit 3:1 gegen den SSV Reutlingen durch und tankte damit weiteres Selbstvertrauen. Besonders Simon Gruber, der gegen Nöttingen mit einem Doppelpack glänzte, sowie Blend Etemi, Gökalp Kilic und David Braig, die gegen Reutlingen trafen, sorgten offensiv für Akzente. Die Normannia wird also gewarnt sein: Der TSV hat zuletzt gezeigt, dass er in der Offensive jederzeit für Gefahr sorgen kann. „Wir werden uns trotz dieser klaren Rollenverteilung mit allen Mitteln wehren, wollen schwer zu bezwingen sein“, so Fichter kämpferisch, der von einer aktuell guten Stimmung spricht. In Reutlingen zuletzt hätte man sich bereits belohnen müssen, vielleicht gelingt dies nun gegen Essingen, wenn man sich vor allem die erste Halbzeit es vergangenen Spiels ins Gedächtnis ruft, die sehr stark gewesen sei, lobte Fichter. Die Normannen möchten ihren Teil dazu beitragen, den Zuschauern „ein geiles Derby“ zu bieten.