Jetzt ist die Familie dran: Adrian Schad verlässt die Normannia nach sechs erfolgreichen Jahren
Schwäbisch Gmünd (fcn) – Am Ende der Saison ist Adrian Schad sechs lange Jahre ein wichtiger Teil des Fußball-Oberligisten Normannia Gmünd gewesen. Der Co-Trainer war stets der stille Begleiter von Coach Zlatko Blaskic, der nur ein halbes Jahr länger als Schad an der Seitenlinie steht. Am Ende der Saison endet diese kleine Ära.
„Ich genieße aktuell jede Trainingseinheit und jedes Spiel deutlich intensiver. Es fühlt sich komisch an, zu wissen, dass ich nach dieser Saison diese Fußball-Bubble, die mir wirklich sehr viel bedeutet, erst einmal verlassen werde“, sagt Schad selbst. Der 39-Jährige und seine Frau erwarten im Sommer das dritte gemeinsame Kind, sodass es für ihn an der Zeit war, aufzuhören, zumindest vorerst. Still wirkte Schad immer nurnach außen, intern hat er sich jahrelang in hunderten Gesprächen mit Blaskic ausgetauscht, die beiden wuchsen mehr und mehr zu einer Einheit zusammen. „Dass wir sechs Jahre zusammengearbeitet haben, sagt eigentlich schon alles aus über unser gutes Verhältnis aus, das wir haben“, sagt Schad. „Ich habe all die Jahre wirklich sehr gerne mit ihm zusammengearbeitet und es war für mich ein Privileg, solch einen Co-Trainer an meiner Seite zu haben“, sagt Blaskicvoller Wertschätzung über seinen Co und Freund.
Schad ist seit 2005 in unterschiedlichen Bereichen im Fußball tätig, war Spieler, Trainer sowie in der Talentförderung aktiv. Als er 2020 zur Normannia kam, war die Co-Trainertätigkeit noch eine andere, denn Schad war damals noch neben seiner Trainiertätigkeit als dritter Torwart eingeplant. Zu diesem Zeitpunkt war er noch Stützpunkttrainer beim DFB. Als Backup für beide Torleute kam er 2023 dann tatsächlich, etwas unverhofft, zu einem Verbandsligaeinsatz, erinnert er sich schmunzelnd. Die Coronapandemie tobte, einen Start bei einem Verein stellt man sich idealtypisch anders vor. Auf dieser Trainerbank aber sitzt er heute immer noch, als Co-Trainer von Blaskic, als sein Schattenmann. Er ist das ausgleichende Korrektiv für den doch manchmal sehr temperamentvollen Kroaten, wie Schad lachend sagt: „Das haben schon viele gesagt und von außen sieht es immer so aus – und tatsächlich ist es im Endeffekt auch so.“ Er sei Blaskicund der Normannia immer noch sehr dankbar, dass sie 2020 auf ihn als Co-Trainer gesetzt haben. „Mein Fußballhorizont hat sich durch Zlatko um ein Vielfaches erweitert. Er hat mir mit seinem Fußballsachverstand noch einmal einiges neu aufgezeigt“, sagt Schad.
Sein Wirkungsgrad habe sich in den Folgejahren immer weiter ausgedehnt, wie er selbst festgestellt hat. Es kamen immer mehr Bereiche auf ihn zu. „Was ich sehr schätze: Zlatko hat mir nie etwas vorgeschrieben, hat nur gesagt: Du hast jetzt deine Trainingszeit, dann geht es weiter im Programm. In diesem Zeitfenster habe ich unterschiedlichste Teilbereiche wie Passformen, verschiedene Übungsformen, Torschussformen oder Individualtraining mit den Jungs absolviert. Zlatko hat mir immer vertraut und nie reingeredet“, sagt Schad. „Ich denke, dass sich Adi bei mir immer frei entfalten und besonders in der Trainingsarbeit austoben konnte, ohne dass ich ihm ständig über die Schulter schauen musste“, sagt auch Blaskic. Die beiden vertrauen sich, in den sechs Jahren ist eine Freundschaft entstanden.
Diese hat unter anderem in der Hinrunde nicht geschadet, als die Punkte ausblieben und die Medien bereits nachbohrten, ob Blaskic noch der richtige Trainer für die Normannia sei. „Da wollten wir die Widerstände gemeinsam brechen, an unserem Zusammenhalt hat das nichts geändert, im Gegenteil. Zlatko hat aber ein unglaublich dickes Fell, das ist bewundernswert, weil es zugleich so authentisch ist“, sagt Schad. „Das ist so ein Fußballverrückter, notfalls würde der auch alles allein machen– und es würde funktionieren“, fügt Schad lächelnd an. Dank ihm aber musste Blaskic nichts allein machen. Die beiden haben vor allem in der Oberliga-Zeit immer wieder beobachtet, wie umfangreich die Trainerteams in den anderen Vereinen aufgestellt sind. „In diesem Bereich waren wir immer unter uns, aber das hat für uns immer gut gepasst“, sagt der Pädagoge, der im als Lehrer an der Kaufmännischen Schule in Waiblingen BWL und Sport unterrichtet. Natürlich hatte Schad auch einen gewissen Einfluss auf die Aufstellung. „Wir tauschen uns nach der Trainingswoche darüber immer aus. Ich sage ihm meine Meinung zur Form einzelner Akteureund er entscheidet final, wie er aufstellt. So machen wir das immer“, lässt Schad einen Blick in die Trainerkabine zu.
Auch an Spieltagen, sagt Blaskic, sei stets alles perfekt aufeinander abgestimmt, was stets einen reibungslosen Ablauf zur Folge hatte, und was schließlich so manchen Erfolg nach sich zog. Im Zentrum dieses steht selbstverständlich der Aufstieg im Jahr 2023 und die damit verbundene Rückkehr in die Oberliga, die seitens des Vereins akribisch geplant war. In der ersten Saison überraschte man die Liga und landete im oberen Mittelfeld und auch im zweiten Jahr konnte man die Klasse halten, was Schad als ebenso große Erfolge betrachtet.
Dieses Ziel verfolgen die beiden auch in diesem Jahr wieder. Noch zwölf Spiele sind zu absolvieren, es sind zwölf Endspiele für die Normannia, aber auch für den 39-jährigen Co-Trainer. „Wir beide haben jetzt das große Ziel, die Normannia in der Oberliga zu halten, das wäre der perfekte Abschluss für ihn, den er sich hundertprozentig verdient hätte“, blickt Blaskic voraus. Man sei nach wie vor zuversichtlich, den Klassenerhalt schaffen zu können, gute Leistungen haben die Normannen nach der Winterpause schließlich schon präsentieren können. Schad: „Wir werden uns jetzt immer von Spiel zu Spiel fokussieren und am Ende, da bin ich mir sicher, den Klassenerhalt schaffen.“ Es wäre ein wunderbarer Abschied für Schad, der längst ein richtiger Normanne geworden ist. Als Fan werde man ihn weiterhin im Schwerzer sehen, so viel hat er bereits verraten.
