Normannia ist im fernen Villingen gefordert

Gmünder Oberligist möchte nach Befreiungsschlag nachlegen

Schwäbisch Gmünd (fcn) – Vor einigen Wochen, als die Leistungskurve, gemessen an den Ergebnissen, allmählich nach unten zeigte, da forderte Normannia Gmünds RoutinierFabian Kianpour, dass man vielleicht einfach mal einen sprichwörtlich „dreckigen Sieg“ benötige, um aus dem trüben Fahrwasser zu gelangen. Das 3:2 gegen den SSV Reutlingen am vergangenen Spieltag kann man getrost in diese Kategorie einordnen, denn das bessere Team war die Normannia sicher nicht – was aber keine Rolle spielte und was im Schwerzer nachher auch niemand behauptete. An diesem Samstag (14Uhr) geht es ins ferne Villingen, rund 175 Kilometer muss der Normannia-Bus zurücklegen, um beim Tabellenzwölften der Fußball-Oberliga anzutreten.

Ein Brustlöser war es allemal, und ob der dreckig oder sauber zustande gekommen ist, war allen, die es mit der Normannia halten, völlig gleich. Einzig die drei Punkte waren wichtig. Seine Feuertaufe in der Oberliga endgültig bestanden hat in dieser Partie Pius Albrecht, der ein größeres Mosaiksteinchen bei diesem Sieg gewesen ist. Gleich dreimal verhinderte er eigentlich sichere Einschläge, wurde nach der Partie entsprechend von seinen Mitspielern geherzt und von Trainer Zlatko Blaskic besonders hervorgehoben. Zwei Pfostentreffer taten ihr Übriges: Wichtig aber: „Nach der Halbzeit haben wir eine gute Energie auf den Rasen bekommen. In der Schlussphase haben wir sehr clever agiert und den Gegner entsprechend von unserem Tor weggehalten“, war Blaskic natürlich zufrieden, dass seine Mannschaft nach acht sieglosen Spielen endlich den ersehnten Dreier eingefahren hat.

Vor allem wissen sie beim FCN, dass dies nur der Anfang gewesen sein kann, denn an der eigentlichen Situation, dass man unten im Keller feststeckt, hat sich nach einem Sieg natürlich noch nicht allzu viel geändert. „Die Mannschaft ist bereit, Rückschläge wegzustecken und hat den Abstiegskampf angenommen. Es ist jetzt wichtig, fleißig und diszipliniert zu bleiben. Wir müssen klar im Kopf sein, viel sprechen und uns als Team weiterentwickeln“, sagt Normannias Übungsleiter.Nicht mit dabei sein werden in Villingen die beiden Langzeitverletzten Yannick Ellermann und Daniel Dominkovic sowie Kelecti Nkem (muskuläre Beschwerden) und Miladin Filipovic (Leistenbeschwerden).

In Villingen kommt eine laut Blaskic „herausragendeOffensive“ auf seine Mannschaft zu. Tatsächlich haben die Villinger bereits 22 Treffer erzielt, das ist der drittbeste Wert hinter Pforzheim (24), Spitzenreiter Mannheim (23) und Nöttingen (23). Die andere Seite der Medaille: Die Villinger haben auch schon 25 Gegentreffer kassiert, nur Singen (28) hat den Ball häufiger aus dem eigenen Netz holen müssen.„Da fehlt noch die Balance zwischen Angriff und Abwehr, was zu vielen leichten Gegentreffern führte“, ist auch Blaskic dieses Ungleichgewicht nicht verborgen geblieben. Das führt auch dazu, dass Villingen mit elf Zählern lediglich zwei mehr als die Normannia auf dem Konto hat und auf Tabellenplatz zwölf rangiert. Chancenlos wird die Normannia bei diesem Auswärtsspiel somit nicht sein. „Wir möchten mutig agieren, Villingen beschäftigen und versuchen, ein gutes Spiel zu machen“, so Gmünds Trainer weiter. Gelingt dies, besteht auch die Möglichkeit auf drei weitere Zähler für die Normannen.