Stephan Fichter: „Müssen den Abstiegskampf schnellstmöglich annehmen!“

Schwäbisch Gmünd (fcn) – Spätestens das 1:2 beim bis dato Tabellenschlusslicht Türkischer SV Singen hat gezeigt: Fußball-Oberligist 1. FC Normannia Gmünd macht aktuell eine Krise durch, die im Abstiegskampf gemündet ist. Verständlich, dass das dem Sportdirektor Stephan Fichter nicht gefällt, der seinem Trainer Zlatko Blaskic jedoch demonstrativ den Rücken stärkt.

Seit acht Spielen wartet die Normannia mittlerweile auf einen dreifachen Punktgewinn. Der letzte Sieg resultiert aus dem 2:1-Sieg gegen den Landesligisten FV Neuhausen im Pokal. In der Liga holte man in dieser Zeit lediglich zwei Punkte nach den Remisen gegen Hollenbach und Karlsruher SC II. „Das ist eine neue Situation für uns alle. In einer Krise haben wir uns in den vergangenen Jahren nie befunden. Jetzt müssen wir schauen, dass wir möglichst schnell wieder da rausfinden“, sagt Fichter. 

In dieser Saison ist tatsächlich einiges anders gelaufen, als man es aus dem Schwerzer gewohnt ist. Bereits fünf Platzverweise oder Sperren hat die Normannia bereits zu verkraften gehabt, gepaart mit der schwachen Punkteausbeute und dann folgte das i-Tüpfelchen in diesem Negativstrudel: Kapitän und Schlussmann Yannick Ellermann brach sich in Hollenbach das Schienbein, wird monatelang fehlen. „Er fehlt uns jetzt natürlich noch mehr, nicht nur als Torwart, sondern auch als Führungsfigur in der Mannschaft“, sagt Fichter. Tatsächlich ging es in den vergangenen Jahren stetig bergauf, was im Aufstieg in die Oberliga mündete, in der man zwei Jahre erfolgreich gespielt hat. „Uns muss jetzt ganz schnell bewusst werden, wir müssen realisieren, dass wir mitten im Abstiegskampf stecken. Bei uns ging es immer nur um das Fußballerische. Jetzt aber kommt es auf die Mentalität an, die Einstellung, die Grundtugenden, das müssen jetzt alleverinnerlichen“, sagt Fichter deutlich. Einsatz, Wille, Laufbereitschaft nennt Fichter als Beispiele für diese Tugenden. „Die Jungs müssen bereit dazu sein, auch mal dreckig zu punkten. Es geht nicht darum, irgendeinen Schönheitspreis zu gewinnen. Wir kommen da unten nur gemeinsam raus. Alle sind gefordert, Mannschaft, Trainer aber auch das Vereinsumfeld“, sagt Fichter.

Der Sportdirektor arbeitet bereits seit über fünf Jahren mit seinem Trainer Zlatko Blaskic zusammen, beide kennen und schätzen sich – und tauschen sich entsprechend regelmäßig aus. „Zlatko genießt bei uns im Verein weiterhin volle Rückendeckung, hat unser ganzes Vertrauen“, sagt Fichter. Jetzt sei die Mannschaft gefordert, sagt er, die zu den angesprochenen „Basics“ zurückfinden muss. „Dieses Team hat definitiv die Qualität, in der Oberliga zu bestehen, daran besteht kein Zweifel. Es muss sich jetzt aber schnell etwas ändern“, so Fichter weiter.

Die Hoffnung, dass sich möglichst schnell etwas ändert, ist groß. Am kommenden Samstag (15 Uhr), gastiert ein Traditionsklub im Schwerzer, der SSV Reutlingen, eine Mannschaft, die man in der Vergangenheit bereits einige Male schlagen konnte. Auf eine Wiederholung hoffen sie bei der Normania, so viel steht fest.