Die Normannia kann sich am Wochenende selbst überflügeln: Mit einem Sieg beim TSV Heimerdingen (Samstag, 14.30 Uhr) wären die Gmünder zum Ende der Hinrunde besser als in ihrer Meistersaison 2017/18 nach ebenso vielen Spieltagen.

Auf dem Papier stehen die Chancen gut für den FCN auf einen erfolgreichen Jahresabschluss: Heimerdingen ist Tabellenletzter. Und eine Woche später, im letzten Spiel 2019, kommt der Zweitletzte SV Fellbach nach Gmünd. Allerdings wehrt sich der Aufsteiger aus dem 3700-Einwohner-Ort – nördlich von Leonberg gelegen – nicht nur tapfer, sondern gelegentlich auch recht erfolgreich: Dem hoch gehandelten TSV Essingen verpassten die Heimerdinger vor drei Wochen eine schmerzhafte 1:2-Heimniederlage. Eine Woche später folge ein Sieg gegen Heiningen. „Wir dürfen nicht von einer klaren Angelegenheit ausgehen“, sagt FCN-Trainer Holger Traub.

Wieder mit Herzstück

Traub erwartet einen Gegner, der aus einer kompakten Defensive heraus versuchen wird, „Nadelstiche zu setzen“. Nicht zu viel riskieren, geduldig auf die Chancen lauern, das dürfte dort wieder gefragt sein. Eine Tugend, die Traub bei seinem Team lobend hervorhebt: „Gegen Rutesheim mussten wir einen 5-4-1-Riegel knacken, da war ich mit unserer Geduld sehr zufrieden.“

Gegen das Tabellenkellerteam Heimerdingen kann der Normannia-Trainer wieder aufs Herzstück seines Mittelfeld bauen: Marvin Gnaase und Florijan Ahmeti sind im Gegensatz zur Vorwoche wieder dabei. Dafür wird Außenbahnspieler Anthony Coppola fehlen, weil er nach seiner gelb-roten Karte vom Rutesheim-Spiel gesperrt ist – wie schon Ahmeti in der Vorwoche. Dass sein Team zwei Platzverweise in Serie kassiert hat, ist für den Positiv-Denker Traub kein Anlass zur Kritik. Im Gegenteil: „Das zeigt, dass das Zweikampfverhalten stimmt, das bringt dann schon mal Karten mit sich.“ Was allemal besser sei als „mit elf Spielern und einer Niederlage vom Platz zu gehen – und ohne eine einzige gelbe Karte“.


"… besser als verlieren und ohne eine einzige gelbe Karte vom Platz zu gehen."

Holger Traub, FCN-Trainer, zur Gelb-rot-Serie seines Teams


Außer Anthony Coppola muss Holger Traub noch einen Stammspieler ersetzen: Außenverteidiger Daniel Glück fehlt aus beruflichen Gründen. Ein Fragezeichen steht hinter Felix Bauer, der in dieser Woche krankheitsbedingt ausgefallen war. Und Youngster Dennis Wolf fällt weiterhin wegen Knieproblemen aus.

Der Spitzenreiter setzt aus

Gelingt am Samstag ein Sieg, um sich – historisch gesehen – selbst zu überholen, dann rückt der FCN der Verbandsliga-Gegenwart automatisch näher an den Tabellenführer TSG Backnang heran. Die TSG hat spielfrei, die Gmünder könnten auf 12 Punkte Abstand verkürzen.

Im Winter 2017 waren es übrigens 11  Punkte, die die Normannia hinter dem damaligen Spitzenreiter Sportfreunde Dorfmerkingen lag …

© Gmünder Tagespost 21.11.2019